Proofpoint „Voice of the CISO“ Report 2026: Cyber-Resilienz verbessert, KI erweitert den Aufgabenbereich der CISO
Sicherheitsbedenken hinsichtlich GenAI in Deutschland um 22 Prozentpunkte auf 77 % gestiegen; CISO müssen KI sichern, ohne über entsprechende Ressourcen zu verfügen
München, 9. September 2026 – Proofpoint, ein weltweit führender Anbieter für personen- und agentenzentrierte Cybersicherheit, hat seinen Report „Voice of the CISO 2026“ veröffentlicht. Dieser findet Belege für eine gewachsene Cyber-Resilienz, obwohl die Unternehmensrisiken immer komplexer werden. Der Anteil der deutschen CISO, die davon ausgehen, dass ihr Unternehmen in den nächsten 12 Monaten von einem schwerwiegenden Cyberangriff bedroht ist, sank von 88 % im Jahr 2025 auf 64 % im Jahr 2026 (weltweit von 76 % auf 61 %). Die gemeldeten Fälle schwerwiegender Datenverluste sanken im selben Zeitraum von 60 % (weltweit 66 %) auf 37 % (53 % weltweit). 63 % der deutschen CISO gehen allerdings weiterhin davon aus, dass ihr Unternehmen nicht darauf vorbereitet ist, einen gezielten Cyberangriff abzuwehren.
Doch die genannten Fortschritte haben die Arbeit für CISO nicht einfacher gemacht. Die weltweite Studie unter 1.600 CISO in 16 Ländern zeigt, dass sich die Risiken zunehmend auf die Menschen, Daten, Anwendungen und KI-Systeme konzentrieren, die in den Arbeitsalltag eingebettet sind. Das Risiko durch Menschen nimmt zu: 76 % der deutschen CISO (79 % weltweit) bezeichnen sie als die größte Cybersicherheitslücke ihres Unternehmens – ein Anstieg gegenüber 75 % (66 % weltweit) im Jahr 2025. Zudem werden die Folgen von Datenverlusten immer schwerwiegender, und CISO werden verstärkt für den sicheren Einsatz von KI verantwortlich gemacht. 65 % der CISO in Deutschland (78 % weltweit) gehen davon aus, dass sie in den nächsten zwei Jahren KI-bezogene Risiken ohne eine entsprechende Aufstockung der Ressourcen oder des Fachwissens bewältigen müssen.
„KI verändert das Aufgabengebiet der CISO grundlegend“, kommentiert Patrick Joyce, Global Resident CISO bei Proofpoint. „Von Sicherheitsverantwortlichen wird erwartet, dass sie zwei Dinge gleichzeitig tun: das Unternehmen vor technologischen Risiken schützen und ihm dabei helfen, transformative Technologien sicher und schnell zu nutzen. Da KI-Assistenten, Copiloten, Automatisierung und öffentlich verfügbare GenAI-Tools immer mehr in alltägliche Geschäftsprozesse integriert werden, wird von CISO erwartet, dass sie Innovationen ermöglichen und gleichzeitig verhindern, dass sensible Daten, privilegierte Zugriffsrechte und kritische Arbeitsabläufe gefährdet werden. Diese doppelte Verantwortung entwickelt sich rasch zu einer der entscheidenden Herausforderungen dieser Rolle.“
Zu den zentralen Befunden des diesjährigen Voice of the CISO Reports gehören:
- Von CISO wird mittlerweile erwartet, dass sie KI absichern und ihre Nutzung fördern: Die Sicherheitsbedenken hinsichtlich generativer KI (GenAI) sind im Vergleich zum Vorjahr um 22 Prozentpunkte gestiegen: 77 % der deutschen CISO betrachten sie mittlerweile als Sicherheitsrisiko. Gleichzeitig geben 70 % an, dass die Gewährleistung einer sicheren Nutzung von KI-Assistenten, Copiloten und Automatisierung in den nächsten zwei Jahren oberste Priorität hat, während 65 % aufgefordert sind, KI-bezogene Risiken ohne eine entsprechende Aufstockung der Ressourcen oder des Fachwissens zu bewältigen.
- Die Cyber-Resilienz verbessert sich, doch das Risikomodell verändert sich: Die Erwartung, dass es zu einem schwerwiegenden Cyberangriff kommen wird, sank bei deutschen CISO von 88 % im Jahr 2025 auf 64 % im Jahr 2026. Die gemeldeten Fälle schwerwiegender Datenverluste sanken im selben Zeitraum von 60 % auf 37 %. 63 % der deutschen CISO gehen allerdings weiterhin davon aus, dass ihr Unternehmen nicht darauf vorbereitet ist, einen gezielten Cyberangriff abzuwehren. Die Bedenken konzentrieren sich zunehmend auf Technologien, die in den Arbeitsalltag integriert sind. Dazu zählen Cloud-Speicher und Plattformen zum Teilen von Dateien (32 %), Kollaborationsplattformen (30 %), SaaS-Anwendungen und Integrationen von Drittanbietern (30 %), Active Directory/Identitätsinfrastruktur (26 %) sowie APIs und Automatisierungstools (25 %).
- Das größte Risiko ist das Verhalten der Belegschaft: 76 % der deutschen CISO bezeichnen das menschliche Risiko als die größte Cybersicherheitslücke ihres Unternehmens, ein Anstieg gegenüber 75 % im Jahr 2025. Bei Unternehmen, die einen erheblichen Datenverlust erlitten haben, waren unachtsame Insider die häufigste Ursache (46 %), während böswillige oder kriminelle Insider von 38 % und kompromittierte Insider von 35 % der CISO genannt wurden. 92 % der deutschen CISO in Unternehmen, die erhebliche Datenverluste erlitten haben, weisen ausscheidenden Mitarbeitern eine Rolle dabei zu.
- Datenverluste nehmen ab, doch die Folgen werden schwerwiegender: Während der Anteil deutscher Unternehmen, die einen erheblichen Datenverlust erlitten, im Jahresvergleich zurückging (von 60 % im Jahr 2025 auf 37 % im Jahr 2026), wurden die geschäftlichen Auswirkungen für diejenigen schwerwiegender, die tatsächlich einen Datenverlust erlitten. In 38 % der Fälle kam es zu behördlichen Sanktionen. 2025 traf dies nur auf 28 % der Vorkommnisse zu. Finanzielle Verluste traten in 41 % der Datenverlustereignisse auf, gegenüber 20 % im Vorjahr. 43 % melden Kosten für die Wiederherstellung nach einem Angriff, eine deutliche Steigerung gegenüber 28 % 2025. In 30 % der Ereignisse melden die Befragten einen Reputationsschaden, gegenüber 22 % im Jahr zuvor.
- CISO vertrauen ihren Sicherheitsmaßnahmen, nicht jedoch den KI-Gewohnheiten ihrer eigenen Kollegen: Während 76 % der deutschen CISO der Ansicht sind, dass ihre Kontrollmaßnahmen die durch KI, SaaS und moderne Arbeitsmodelle entstehenden Risiken wirksam mindern, glauben 75 %, dass Mitarbeiter KI wahrscheinlich auf eine Weise nutzen, die sensible Daten gefährdet. 74 % sind besorgt über den Verlust von Kundendaten durch öffentliche GenAI-Tools, und 75 % blockieren oder schränken die Nutzung von GenAI durch Mitarbeiter ein.
- Die Unternehmensleitung hört besser auf die CISO und erwartet im Gegenzug mehr von ihnen: 74 % der deutschen CISO sehen sich beim Thema Cybersicherheit auf einer Wellenlänge mit ihren Vorständen. 2025 waren es noch lediglich 70 %. Diese stärkere Übereinstimmung mindert den Druck auf die Sicherheitsverantwortlichen nicht. Vorstände bewerten Cyberrisiken aus wirtschaftlicher Perspektive, wobei Unternehmenswert, Ausfallzeiten, Reputationsschäden, Betriebsstörungen und der Verlust sensibler Daten zu ihren größten Sorgen zählen. 73 % der deutschen CISO berichten, dass übermäßige Erwartungen an sie gestellt werden. 67 % sind der Meinung, dass Cybersicherheits-Fachwissen auf Vorstandsebene erforderlich sein sollte, ein Rückgang gegenüber 76 % im Jahr 2025.
„Die Verbesserung der Resilienz ist ein ermutigendes Zeichen, bedeutet jedoch nicht, dass das Risikoumfeld weniger komplex wird“, erläutert Patrick Joyce. „Risiken hängen zunehmend davon ab, wie Menschen, Daten, Anwendungen und KI tagtäglich miteinander interagieren, während von CISO erwartet wird, diese Risiken aus geschäftlicher Sicht zu managen. Die Ergebnisse machen deutlich, dass weitere Fortschritte davon abhängen werden, dass sich Sicherheitsstrategien parallel zu den Entwicklungen in den Bereichen Arbeit und Risiko weiterentwickeln.“
Der vollständige Report „Voice of the CISO 2026“ kann hier heruntergeladen werden: https://www.proofpoint.com/us/resources/white-papers/voice-of-the-ciso-report.
Methode
Für den Bericht „Voice of the CISO 2026“ wurden über 1.600 CISO in Unternehmen mit 1.000 oder mehr Mitarbeitern aus verschiedenen Branchen befragt. In jedem der folgenden 16 Länder wurden jeweils 100 CISO befragt: Vereinigte Staaten, Kanada, Brasilien, Mexiko, Vereinigtes Königreich, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Niederlande, Vereinigte Arabische Emirate, Königreich Saudi-Arabien, Australien, Japan, Singapur und Indien. Die Untersuchung wurde im Mai 2026 von Censuswide durchgeführt.
Über Proofpoint
Proofpoint ist ein weltweit führender Anbieter für personen- und agentenzentrierte Cybersicherheit. Das Unternehmen schützt das Zusammenspiel von Menschen, Daten und KI-Agenten über E-Mail, Cloud und Collaboration-Tools hinweg. Proofpoint ist ein vertrauenswürdiger Partner für über 80 der Fortune-100-Unternehmen, mehr als 10.000 Großunternehmen und Millionen kleinerer Organisationen, wenn es darum geht, Bedrohungen abzuwehren, Datenverluste zu verhindern und die Resilienz von Menschen und KI-Workflows zu stärken. Die Kollaborations- und Datensicherheitsplattform von Proofpoint unterstützt Unternehmen jeder Größe dabei, ihre Mitarbeitenden zu schützen und zu stärken und KI gleichzeitig sicher und vertrauensvoll einzusetzen.
Weitere Informationen finden Sie auf www.proofpoint.com.
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