Cyberangriffe im Gesundheitswesen beeinträchtigen weiterhin massiv die Patientenversorgung
Studie von Proofpoint und Ponemon Institute: Cyberangriffe führen zu Störungen der Patientenversorgung bei fast drei Viertel der US-Gesundheitsorganisationen
München, 13. Oktober 2026 - Proofpoint, ein weltweit führender Anbieter für personen- und agentenzentrierte Cybersicherheit, und das Ponemon Institute, ein führendes IT-Sicherheitsforschungsinstitut, haben ihre fünfte jährliche Studie „Cyber Insecurity in Healthcare“ veröffentlicht. Die Studie zeigt, dass Häufigkeit, Kosten und betriebliche Auswirkungen von Cyberangriffen auf US-Gesundheitsorganisationen weiter zunehmen.
97 Prozent der befragten Organisationen erlebten in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einen Cyberangriff, wobei 74 Prozent infolgedessen Störungen in der Patientenversorgung meldeten. Die durchschnittliche Anzahl der Angriffe stieg von 43 im Jahr 2025 auf 51. Die durchschnittlichen Kosten des teuersten Cyberangriffs stiegen um fast acht Prozent auf 4,2 Millionen US-Dollar. Die Einführung von KI verläuft zudem schneller als die Etablierung entsprechender Richtlinien. Bei 24 Prozent der Befragten gehören KI-Agenten ohne Schutzmechanismen zu den Hauptursachen für Datenverluste.
„Cyber-Resilienz ist zu einem wesentlichen Bestandteil der Widerstandsfähigkeit im Gesundheitswesen geworden“, erläutert Ryan Kalember, Chief Strategy Officer bei Proofpoint. „Wenn ein Cyberangriff einen Eingriff verzögert, einen Krankenhausaufenthalt verlängert oder Patienten in eine andere Einrichtung zwingt, wird das Cyberrisiko zum Patientenrisiko. KI fügt eine weitere Dimension hinzu, weil Menschen und KI-Systeme dieselben sensiblen Daten und klinischen Arbeitsabläufe nutzen. Die Sicherheit von Gesundheitsorganisationen muss um diese Interaktionen herum aufgebaut sein. Nur so können sie KI nutzen, ohne das Vertrauen zu gefährden, auf dem die Patientenversorgung basiert.“
Die diesjährige Studie basiert auf den Antworten von 705 IT- und Sicherheitsexperten in US-Gesundheitsorganisationen.
Gestörte Betriebsabläufe verursachen die höchsten finanziellen Schäden
- Mehr Angriffe führen zu höheren Kosten und größeren Unterbrechungen: Die Kosten des teuersten Cyberangriffs stiegen von 3,9 Millionen US-Dollar im Jahr 2025 auf 4,2 Millionen US-Dollar im Jahr 2026.
- Ausfallzeiten und Wiederherstellung haben die größten finanziellen Auswirkungen: Die Störung des normalen Gesundheitsbetriebs verursachte durchschnittlich Kosten in Höhe von 1,39 Millionen US-Dollar und stellt damit den größten Kostenfaktor dar. Darauf folgen 1,05 Millionen US-Dollar durch ausgefallene Arbeitszeit und Produktivitätsverluste.
KI-Einführung verläuft schneller als die Schaffung von Richtlinien
- Künstliche Intelligenz wird Teil des Betriebs und der Sicherheit im Gesundheitswesen: 45 Prozent der Organisationen haben KI in die Cybersicherheit oder sowohl in die Cybersicherheit als auch in die Patientenversorgung integriert. Weitere 30 Prozent planen die Einführung.
- Sicherheit und Richtlinien halten nicht Schritt: 60 Prozent der Organisationen verfügen nicht über Kontrollmechanismen für sensible Daten, die in KI-Systemen verwendet werden. Nur 42 Prozent setzen Sicherheitsmaßnahmen ein, die speziell für KI-Systeme, Agenten und generative KI entwickelt wurden. Lediglich 32 Prozent haben vollen Einblick in die Nutzung nicht genehmigter KI-Tools durch ihre Mitarbeiter.
- KI bringt neue Abhängigkeiten und Datenrisiken mit sich: Risiken in der Lieferkette durch KI-Anbieter mit 40 Prozent, Datenabfluss durch Prompts mit 36 Prozent sowie KI-generiertes Phishing und Social Engineering mit 34 Prozent sind die größten KI-spezifischen Bedenken der Organisationen.
Cyberstörungen erreichen das Krankenbett
- Cyberangriffe wirken sich direkt auf die Patientenversorgung aus: Durch die vier untersuchten Angriffsarten (Kompromittierung von Cloud-Konten, Ransomware, Angriffe auf die Lieferkette und Business E-Mail Compromise) kam es zu Störungen in der Versorgung. 53 Prozent der Betroffenen nannten verstärkte Komplikationen bei medizinischen Eingriffen als Folge, 52 Prozent längere Krankenhausaufenthalte und ebenfalls 52 Prozent Verzögerungen bei Tests oder Eingriffen.
- Angriffe auf die Lieferkette hatten die größten Auswirkungen auf die Patientenversorgung: 90 Prozent der Organisationen, die diese Angriffe erlebten, meldeten Störungen in der Versorgung, ein Anstieg gegenüber 87 Prozent im Jahr 2025. Ransomware wurde am häufigsten mit längeren Patientenaufenthalten in Verbindung gebracht (70 Prozent), während Business E-Mail Compromise am häufigsten zu Verzögerungen bei Eingriffen und Tests führte, was sich wiederum negativ auf die Behandlungsergebnisse auswirkte (68 Prozent).
- Datenverlust ist ebenfalls ein Risiko für die Patientenversorgung: Organisationen erlebten über zwei Jahre hinweg durchschnittlich 21 Vorfälle von Datenverlust oder Datenabfluss mit sensiblen Gesundheitsinformationen. 54 Prozent gaben an, dass diese Vorfälle die Patientenversorgung beeinträchtigten, wobei in dieser Gruppe 56 Prozent erhöhte Sterblichkeitsraten meldeten. Fahrlässigkeit von Mitarbeitern blieb die am häufigsten gemeldete Ursache für Datenverlust. KI-Agenten ohne Schutzmechanismen waren in 24 Prozent der Fälle der Auslöser.
- Die steigende Cloud-Nutzung im Gesundheitswesen erhöht das Risiko von Konto-Kompromittierungen: 35 Prozent der Organisationen haben klinische Anwendungen in die Cloud verlagert, verglichen mit 30 Prozent im Vorjahr. Weitere 44 Prozent planen dies innerhalb der nächsten zwei Jahre. Im Durchschnitt erlebten Organisationen 20 Kompromittierungen von Cloud-Konten. Bei 65 Prozent der Befragten kam es in der Folge zu Beeinträchtigungen der Patientenversorgung. Diese Zahl steigt mit zunehmender Cloud-Nutzung.
Lösegeldzahlungen gehen zurück, aber die Störungen bleiben bestehen
- Weniger Organisationen zahlen Lösegeld, und die gezahlten Summen sinken: 31 Prozent der Organisationen, die von Ransomware betroffen waren, zahlten Lösegeld. Im Jahr 2025 waren es noch 33 Prozent. Die höchste Lösegeldzahlung fiel von 1,2 Millionen US-Dollar auf 1,1 Millionen US-Dollar.
- Die klinischen Folgen bleiben erheblich: 72 Prozent der Organisationen, die Ransomware-Angriffe erlebten, meldeten Störungen bei der Patientenversorgung, verglichen mit 67 Prozent im Jahr 2025. Von denjenigen, die Störungen meldeten, nannten 70 Prozent längere Patientenaufenthalte.
Der vollständige Report „Cyber Insecurity in Healthcare 2026“ steht unter folgendem Link zur Verfügung: www.proofpoint.com/us/resources/threat-reports/ponemon-healthcare-cybersecurity-report.
Weitere Informationen finden sich auf dem Unternehmensblog: www.proofpoint.com/us/blog/thought-leadership/cyber-insecurity-healthcare-2026-ai-adoption-accelerating-governance-needs.
Über Proofpoint
Proofpoint ist ein weltweit führender Anbieter für personen- und agentenzentrierte Cybersicherheit. Das Unternehmen schützt das Zusammenspiel von Menschen, Daten und KI-Agenten über E-Mail, Cloud und Collaboration-Tools hinweg. Proofpoint ist ein vertrauenswürdiger Partner für über 80 der Fortune-100-Unternehmen, mehr als 10.000 Großunternehmen und Millionen kleinerer Organisationen, wenn es darum geht, Bedrohungen abzuwehren, Datenverluste zu verhindern und die Resilienz von Menschen und KI-Workflows zu stärken. Die Kollaborations- und Datensicherheitsplattform von Proofpoint unterstützt Unternehmen jeder Größe dabei, ihre Mitarbeitenden zu schützen und zu stärken und KI gleichzeitig sicher und vertrauensvoll einzusetzen.
Weitere Informationen finden Sie auf www.proofpoint.com.
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